Was mache ich bloß nach meinem Studium?“ Diese Frage beschäftigt wohl viele Studierende, spätestens wenn sie auf den langersehnten Abschluss zusteuern.

 

 

Wie wäre es denn mit einer eigenen Agentur? Sein eigener Chef sein! Jonathan Beddig, ehemaliger Student der Ostfalia Hochschule hat genau das getan und studi38 Einblicke in seine Arbeit gewährt.

 

 

Empfangen werde ich von einem treuherzig blickenden Golden Retriever. Er begrüßt mich neugierig, bis der Ruf „Ernie“ ertönt. Mit dem Rufenden, Jonathan Beddig, bin ich für ein Interview in seinem ‚Co-Workoffice‘ verabredet, weil seine Agentur gerade umzieht. „Hier gibt‘s auch ne Kaffeemaschine und eine staubfreie Sitzgelegenheit“, begründet er.

Schon bevor Jonathan Beddig sein Medienmanagement-Studium an der Ostfalia begann, gründete er 2007 zusammen mit Simon Börner die Werbeagentur B&B Media. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine Internet-Werbeagentur. Inzwischen gibt es bei B&B Media kaum noch Printwerbung, 80 Prozent der Erzeugnisse sind digital. Jonathan erklärt: „Das ist einfach ein ideologischer Ansatz.
Wenn ich 1000 Flyer drucke, erzielen davon vielleicht nur zwei den Nutzen, den ich mir wünsche. Man produziert eigentlich tierisch viel Werbemüll.“

Und grinsend fügt der 28-Jährige hinzu: „Bei PlaySys haben wir gesagt: Scheiß auf Papier, wir machen das jetzt alles digital!“


Das Projekt ‚PlaySys‘ hält Jonathan momentan besonders auf Trab. Es ist ein von ihm und seinen Kollegen entwickeltes System zur Verwaltung von Bildschirm-Werbung. „Zum einen ist es ein Content-Management-System, mit dem Ladenbetreiber quasi selbst Bewegtbild-Werbung mit Text und Fotos erstellen und ihre Bildschirme damit bespielen können.
Zum anderen ist PlaySys aber auch das Vermarktungstool, um diese Werbeflächen an Dritte weiterzuverkaufen. Das heißt, es ist eine Mischung aus Content-Management und einem Social Network für Bildschirm-Werbung.“

Darüber hinaus besitzt PlaySys einen Ticketdrucker. „Wir brauchten irgendetwas Altmodisches, das selbst Oma Erna versteht. Damit bekommt der Besucher durch einen einfachen Knopfdruck Visitenkarten oder auch Gutscheine an die Hand.“


PlaySys kann aber noch mehr: Zwei Kameras scannen die Betrachter nach biometrischen Mustern und können so die Reichweite der Werbung messen. „Dadurch, dass wir die Möglichkeit haben, einzelne Besucher zu zählen, verkaufen wir gesehene Werbung und nicht nur potenziell gesehene“, erläutert Jonathan.

An seiner Arbeit in der Werbeagentur schätzt er vor allem, dass sie sehr vielfältig ist. „Ich brauche eigentlich immer eine richtige Herausforderung, bin jemand, der gerne ins kalte Wasser springt und Dinge tut, die er vorher noch nie getan hat.“


Außerdem hat Jonathan den Vorteil, sein eigener Chef zu sein: „Ich kann mir meine Arbeit selbst einteilen und selbstständig Entscheidungen treffen. Ich bin flexibel und kann alles machen was ich will.“

 

Nach einer kurzen Pause ergänzt er schmunzelnd: „Fast alles!“.#