Die Bertelsmann-Stiftung hat im letzten Jahr für einen Lernatlas die Lernbedingungen in allen 412 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands gemessen. Bayern und Baden-Württemberg konnten die besten Ergebnisse auffahren, während Niedersachsen im Mittelfeld gelandet ist (Platz 9).

Der Lernatlas soll zeigen wie gut es sich wo in Deutschland lernen lässt. Das Lernen wurde dafür in vier Kategorien unterschieden: schulisches, berufliches, soziales und persönliches Lernen. So wurden neben Universitäten und Schulen auch der Arbeitsplatz sowie die Weiter- und Ausbildung von der Studie beleuchtet. Politisches Interesse und soziales Engagement spielen beim sozialen Lernen eine Rolle und in der Kategorie persönliches Lernen haben die Wissenschaftler analysiert, ob Menschen an Volkshochschulkursen oder Sportangeboten teilnehmen und ob sie Museen und Bibliotheken nutzen. Die Kreise und kreisfreien Städte wurden anschließend in sechs Gruppen entsprechend ihrer Einwohnerzahl und -dichte eingeteilt, um einen besseren Vergleich herzustellen.  Insgesamt wurden 38 Kennzeichen zusammengefasst und nach einem mathematischen Verfahren gewichtet. „Es ist gut, wenn immer mal so  ein Bericht erscheint, weil man dann die Gelegenheit bekommt sich bestimme Sachen bewusst zu machen.“ Die Daten wurden allerdings in weiten Teilen nicht selbst erhoben sondern anderen Studien, wie der PISA-Studie oder dem Grundschulvergleich IGLU entnommen. Bei der Methodik musste sich die Bertelsmann-Stiftung durchaus Kritik gefallen lassen. Es ist zum Beispiel unklar wie es zu den ausgesuchten Variablen gekommen ist. Zudem kritisiert etwa der Deutsche Städtetag, dass der Lernatlas "überwiegend mit Kennzahlen arbeitet, die nicht die spezifische Situation in der kreisfreien Stadt/Kreis, sondern die der Region bzw. des Bundeslandes wiedergeben". Der Projektmanager der Bertelsmann Stiftung Miika Blinn verteidigt dieses Vorgehen: "Im Unterschied zu den anderen Verfahren arbeiten wir gerade nicht mit subjektiven Experteneinschätzungen. Die Auswahl und Gewichtung der Daten, die wir bekommen haben, läuft nach einem etablierten wissenschaftlichen Verfahren, das in Kanada entwickelt wurde. Die Kriterien, die dieser Methode zugrunde liegen, sind für jedermann transparent und nachvollziehbar. Eine Schwäche liegt in der noch zu geringen Datenverfügbarkeit in Deutschland.