Weiße Autos, rote Teppiche, kreischende Fans: Am Freitag hielten Matthias Schweighöfer und Milan Peschel Einzug in Braunschweig.

Im Kino C1 stellten Sie sich den Fragen der Medien. Schweighöfer führte Regie in der Beziehungskomödie „Der Schlussmacher“ und spielt den Mitarbeiter einer Agentur für Trennungen von Paaren. Milan Peschel spielt einen Getrennten, der fortan zum Begleiter des Schlussmachers wird. Christoph Braun sprach mit ihnen. 

Sie spielen Paul, der recht  erfolgreich in seinem Beruf ist. Er trennt Beziehungen im Auftrag der Agentur „Happy End“. Gibt es eine solche Agentur bereits?

Schweighöfer: Gibt es, genau.

Wäre das eine Option für Sie, da zu arbeiten?

Schweighöfer: Wenn man emotional vom Partner ganz weit weg ist und sich wirklich trennen möchte, dann ist das in Ordnung. Auch wenn es zwischenmenschlich eine Katastrophe bedeutet und eine harte Dienstleistung ist.

Und Sie Herr Peschel, sehen Sie das ebenfalls so?

Peschel: Nee, ich finde das unanständig. Wenn man von Leib und Leben bedroht ist, sollte man eine Agentur hinzuziehen. Aber nur dann.

Gab es vorher andere Drehbuchideen?

Schweighöfer: Es gab ganz klar die Idee einen Film zu drehen über zwei Männer, und über die Liebe und über die Trennung. Der Aspekt der Freundschaft stand dabei im Vordergrund.

Peschel: Das schafft man natürlich gut, wenn die sehr unterschiedlich sind. In ihren Ansichten, in allem.

Diese Unterschiedlichkeit zeigt sich ja vor allem in dem Satz „Liebe ist nichts für Feiglinge“. Da kippt der Film: Die Nervensäge wird plötzlich zu dem Weisen und bringt dem Karrieristen etwas bei. Ist das für Sie privat ein Thema? Dass Sie sagen, es gibt die große Liebe nicht?

Peschel: Ich bin tatsächlich der Meinung, dass man um eine Beziehung kämpfen muss. Dass man das nicht gleich wegschmeißen muss. Das passiert eh viel zu oft. Wir sind ja `ne Wegwerfgesellschaft, da werden auch Beziehungen schnell weggeschmissen, wenn es anstrengend wird.

Ihr Toto ist Anfangs der Dussel, später entwickelt er sich zur komplexen Figur. Wieso spreizt er zum Beispiel beim Teetrinken den kleinen Finger?

Peschel: Da haben Sie nicht genau hingeguckt, den Finger spreizt er, als er Orangensaft trinkt. Ich hatte tatsächlich einmal einen sehr guten Freund, der hat das beim Teetrinken gemacht. Der fand, das hat etwas mit feiner Lebensart zu tun, wenn man den Finger abspreizt. Daher habe ich das. Frauen machen das so. Bei Männern ist das die feine englische, ostdeutsche, ostenglische Art.

In einer anderen Szene rast das Auto von Paul und Toto durch eine Staumauer. Das erinnert an amerikanische Produktionen. Ist Hollywood ein Ziel? Sie sind ja kürzlich noch von der New York Times gelobt worden.

Schweighöfer: Nee, ich finde das toll, wenn man das von hier aus so rüberschickt. Solche Action-Szenen müssen auch mal sein. Da findet ja im Auto eine Diskussion statt. Und nebenbei passiert das, und es wird immer weiter diskutiert. So eine Szene wollte ich mal drehen. Um zu sehen, wie so etwas aussieht. Ob das glaubwürdig ist und ob man das hinkriegt.

Diese Zuspitzung wirkt sehr überraschend.

Schweighöfer: Wenn man den Film anguckt, denkt man nicht, dass so etwas nach hinten raus passiert. Es handelt sich ja um eine Komödie. Wenn es um die Liebe geht, um die Beziehungen, da wollte ich unbedingt, dass das mit der Realität viel zu tun hat. Aber die Situationen, in die Paul und Toto geworfen werden, die wollte ich sehr filmisch lassen. Dass man sagen kann, okay, jetzt landen die halt auf dem Hochspannungsseil.

Peschel: Das nächste Mal werden wir auch so einen Crash inszenieren. Allerdings im Bus. Und dabei werden wir über Kant diskutieren.

Also wird es einen nächsten Film mit Paul und Toto geben.

Schweighöfer: Oder mit Peschel und Schweighöfer. Das ist ja jetzt der sechste Film, den wir zusammen machen.

Denkt man dann irgendwann, langsam reicht es?

Schweighöfer: Nee, wir laufen uns erstmal warm. Das waren erstmal die Proben.

Peschel: Das waren ja kleine Sachen. Wir werden wie Jerry Lewis und Dean Martin.

Schweighöfer: Oder Jack Lemon und Walter Matthau.
Peschel: Oder Doris Day und RockHudson.
Oder Til Schweiger und Samuel Finzi.

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