Flöppl sah im "Erder" den perfekten Menschen zum Erhalt der Erde.

 

In seiner Abhandlung mit dem eher unscheinbaren Titel „Die Weiterentwicklung des Menschen mit Hilfe der Technik“ gewehrte Föppl einen seiner Ausblicke auf die mögliche Zukunft: Die Strahlung des Rundfunks könnte seiner Meinung nach irgendwann den Wassergehalt in der Luft regulieren. Dadurch würde der Mensch praktisch die Kontrolle über den Regen erhalten. Dabei war aber für Föppl klar, dass selbstverständlich nicht jeder Staat sein eigenes Wetter machen könnte.

 

In der Folge erschuf er eine Utopie in der es nur noch einen Weltstaat geben sollte; die individuellen Interessen der einzelnen Nationen sollten beiseite geschoben werden. In dieser Welt würde jeder Staat nur das produzieren, was er am besten kann und die Weltwirtschaft würde wie ein globaler Tauschhandel funktionieren.

Weiterhin forderte Föppl eine gemeinsame Sprache, um Verständigungsschwierigkeiten vorzubeugen und die Völker zu verknüpfen.
Ein jeder Erdbewohner müsse dann aber auch zum Wohle der Gemeinschaft handeln: Die Tugenden, die Föppl verlangte, waren – wie in einem Insektenstaat – Arbeit, Entbehrung und Aufopferung.

Von Lastern, wie übertriebener Tabak- und Alkoholkonsum, die Föppl bereits zu seiner Zeit anprangerte, hielt er gar nichts. Vermutlich bemerkte er auch deswegen, dass es noch eine sehr lange Zeit dauern würde, bis die Vision dieser Weltgesellschaft Wirklichkeit würde.

 

Dieses Idealbild von einem nationalitätslosen Menschen, der sich ständig für die Weiterentwicklung seiner Gesellschaft einsetzt, taufte Föppl den „Erder“.

Tatsächlich gelang es dem Braunschweiger Professor auch, Sympathisanten für seine Vorstellung zu finden. Die Versammlungen dieser Vereinigung an der damaligen Technischen Hochschule von Braunschweig sind inzwischen als „Toga-Partys“ bekannt, da die Mitglieder zum entsprechenden Kleidungsstil der alten Griechen neigten.

 

Passenderweise war Föppls Vorbild für den Erder der Wissenschaftler, der bereits eine Art Weltgemeinschaft bildet und, unabhängig von Nationalität, den Wissensaustausch mit dem Kollegen sucht.

 

Dass der Erder sich früher oder später entwickeln muss, betrachtete Föppl im Übrigen als unumgänglich. Wenn schon nicht die Wissenschaft dazu beitragen würde, dass die Menschen eine globale Gemeinschaft bilden, dann aber wenigsten eine neue Eiszeit. „Wann ist die nächste Eiszeit fällig?“, fragte Föppl in seinen Ausführungen und wies darauf hin, dass im Angesicht einer solchen Katastrophe alle Menschen gezwungen sein werden, für den Erhalt ihrer Spezies zusammenzuarbeiten.

 

Dann würde der Erder nicht mehr nur im kleinen Kreis existieren, sondern auf der ganzen Welt. ##