TV 38 und Studi38. TV starten eine neue Sendereihe.
In dem Format „Campus-Talk“ können Braunschweiger Studenten live mit den Podiumsteilnehmern über Themen diskutieren, die sie direkt betreffen.

Thema der Pilotsendung war die Zukunft der Studiengebühren. „Wir wollen in der Sendung studentische Themen aus der Region aufgreifen, die sonst wenig Beachtung finden“, erklärt Holger Isermann, Redaktionsleiter des  Hochschulmagazins

Studi 38, das Konzept. Der Braunschweiger Zeitungsverlag habe die Idee zusammen mit TV 38 und dem Team des Hochschulmagazins entwickelt. Geplant sind zwei Sendungen pro Semester. Mit den Studiengebühren griff die neue Sendereihe ein Thema auf, das aufgrund der Landtagswahl im Januar erhebliche Brisanz hat. Dementsprechend hitzig verlief die Diskussion zwischen den vier Podiumsgästen.
Für FDP-Politiker Joachim Casper sind Studiengebühren  gerechtfertigt. „500 Euro Gebühr entsprechen etwa 10 Prozent der tatsächlichen Kosten eines Studiums. Diesen Anteil sollte jeder bereit sein, zu zahlen für die Chance, später mehr Geld zu verdienen“, sagte Casper.
Gerald Heere (Grüne) hielt dagegen, dass nicht jedes Studium automatisch
zu einem gut bezahlten Job führe.
Michaela Lange, Sprecherin der  Studierendenvertretung Asta, argumentierte, dass die Studiengebühren Schüler aus sozial schwächeren Haushalten von einem Studium abhalten würde. „Wir haben zudem nicht das Gefühl, dass sich die Qualität des Studiums durch die Gebühren verbessert hat“, sagte sie.
Henning Noske, Leiter der Lokalredaktion der Braunschweiger Zeitung, widersprach: „Das Problem ist, dass die Parteien und Verantwortlichen es nicht geschafft haben, der Allgemeinheit klar zu machen, dass die Gebühren die  Hochschulen unabhängiger von Zuwendungen des Landes machen.“ Man habe  zudem durch die zusätzlichen Gelder viele positive Veränderungen erreicht, die
Außenstehende aber nicht mit den Gebühren in Verbindung brächten. Die Studiengebühren, so Noske, seien kein Zwangsinstrument. Wenn die Studiengebühren allerdings als solches gesehen würden, seien sie zum Scheitern verurteilt.

Dass die Gebühren ihr negatives Image noch einmal  loswerden, daran glaubte in dieser Runde keiner mehr. „Es ist vermutlich nicht mehr fraglich ob, sondern  nur noch wann sie endgültig in den letzten beiden verbliebenen Ländern Bayern und Niedersachsen abgeschafft werden“, fasste Moderator Gerwin Bärecke zusammen.
Einziger Wermutstropfen dieser anregenden Diskussionsrunde: Trotz
massiver Werbung saß nur eine Studentin im Zuschauerraum.

Die komplette Sendung ist unter dem Reiter studi38.tv zu sehen.

 

Verfogt auch die Diskussion zu diesem Thema unter: http://www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/studiengebuehren-sind-kein-zwangsinstrument-id805459.html

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